Seit 1813 ist diese Erkrankung in den USA bekannt. 1932 wurde das Virus nachgewiesen.
Es erkranken Schweine und Wildschweine teilweise tödlich, möglich ist aber auch, dass sie nicht erkranken.
Die Fleischfresser wie Hunde und Katzen und andere erkranken tödlich und verenden innerhalb von 2-5 Tagen unter charakteristischer Symptomatik. Zuerst stellt sich ein starker Juckreiz im Gesichtbereich ein, danach ein gesteigertes Trinkbedürfnis, anschließend stehen neurologische Symptome im Vordergrund, z.B. Lähmungen und Krämpfe infolge der Encephalitis(Hirnentzündung). Das charakteristische Symptom der Tollwut, die Hydrophobie (die Angst vor dem Saufen mit Schling- und Würgekrämpfen), tritt gerade nicht auf und ist ein auch für den Laien differentialdiagnostisches Symptom.
Als Schutzmassnahme wurde eine Impfung für Schweine, jedoch nicht für Hunde, entwickelt.
Versuche mit abgeschwächten, lebenden Schweineherpesviren töteten die Hunde in kurzer Zeit.
Die Tierseuche ist meldepflichtig für die Erkrankung (und den Tod).
Die Infektion wird Verbreitung als perorale, aerogene(über den Mund und über die Atemluft) und Wund- und Schleimhautinfektion (durch Biss von infizierten Sauen mit dem Speichel).
Bedeutend für uns Hundeführer ist die Übertragung zwischen Hunden und den Sekreten und Körperflüssigkeiten wie Speichel, Blut und Wildbret des Schwarzwildes und rohem Hausschweinfleisch.
- immer wieder treten in Europa sporadische Erkrankungen von Wildschweinen und Hunden an Pseudowut auf.
- Zum Jahresende 18.12.2009 erkrankten zwei Jagdhunde in Sa. und Sa/Anh. nachdem sie an einer Drückjagd teilgenommen hatten. Sie wurden eingeschläfert.
Diese Fälle ereigneten sich nach über 13 Jahren in Sa/Anh.
Jedoch waren jahrelange Antikörpernachweise dem vorausgegangen als Beweis der Infektionen im Naturherd beim Schwarzwild.
- Ende November 2010 infizierten sich zwei PRT auf der Drückjagd auf Schwarzwild in Österreich. Die Tiere verstarben innerhalb von 2 Tagen nach aufgetretener typischer Symptomatik.
Diagnose: Vet.Universität Wien: Aujeszkische Krankheit.
- am 18.12.2010 infizierte sich ein DJT in Österreich anlässlich einer Drückjagd. Der Hund verstarb am 26.12.2010.
Diagnose: Vet.Universität Wien: Aujeszkische Krankheit.
Schutzmassnahmen:
Kein rohes Schweinefleisch füttern, desgleichen nicht rohes Wildbret vom Schwarzwild füttern, wenn Sie die Gelegenheit haben mit Ihren Hunden an Jagden teilzunehmen, vermeiden Sie intensive Kontakte mit den erlegten Sauen, nur den minimalsten Kontakt zulassen; es ist nicht zu vermeiden, dass der Hund Kontakt hat bei der Jagd, vor ihm geschossenen Sauen, und bei der Nachsuche.
Auf jeden Fall ist der Hund nicht an die Strecke zu führen, damit er das Stück beriechen oder belecken oder fassen kann. Füttern und „Genossen machen“ mit rohem Schwarzwildwildbret ist zu unterlassen. Nach dem Signal „Jagd vorbei“, bei einer Jagd auf Schalenwild, gehören alle Hunde an die Leine.
Häufig sieht man die (UN) Sitte, Junghunde an das getötete Stück Schwarzwild auf der Strecke heranzuführen, um ihn zu testen. Das ist unter allen Dingen zu unterlassen!!
Die Einarbeitung der Hunde am Schwarzwild sollten nur noch in genehmigten, untersuchten Gatterrotten erfolgen. Die einzige wirksame Maßnahme wäre den Hund zu Hause zu lassen.
Und das wollen wir auch nicht!!!
Der Einsatz geprüfter Jagdhunde ist ein weidgerechtes und tierschutzgerechtes Erfordernis, insbesondere bei der Situation der ausufernden Schwarzwildbestände. Die jetzt aufgetretenen Fälle sind Anlass darüber nachzudenken seinen Jagdhund so zu führen, dass bei Kontakt mit Schwarzwild die minimalste Gefährdung erfolgt.
Dies gilt auch für den normalen Familienhund, wenn er in eine solche Kontaktsituation kommt.
Aus der bekannten Seuchensituation ist es jederzeit möglich, dass sich Hunde infizieren und versterben. So bedauerlich das ist für den Einzelfall, bleibt es trotzdem die Praxis, der wir Hundebesitzer ins Auge sehen müssen. Bei solchen Ereignissen, dass Hunde mit Kontakt mit Schwarzwild bei der Jagd, oder anderen Situationen (Unfallwild) versterben, sind sofort die Veterinärbehörden zu unterrichten.
Dr. med. Jürgen Sann
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